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Autobanken: Großes Potenzial bei jungen Kunden
Die deutschen Autobanken werden in den nächsten
Jahren enorm an Bedeutung gewinnen. Der Grund: Jüngere Kunden
planen
weit häufiger als die bisherigen Autokäufer, sich ihren
Wagen zu
finanzieren. Das belegt der Kundenkompass Autobanken,
eine aktuelle
Studie der DaimlerChrysler Bank in Zusammenarbeit mit Mummert
Consulting und dem F.A.Z.-Institut. Seit 1994 stieg die Bilanzsumme
der Autobanken im Schnitt um jährlich 10 Prozent.
Basis der Untersuchung ist eine repräsentative Forsa-Umfrage
unter
1.000 Teilnehmern. Sie zeigt, dass unter den Neukunden vor allem
die
Gruppe der 18- bis 29-Jährigen für Wachstum sorgen wird.
Trotz ihres
niedrigen Alters planen 27 Prozent, bis zum Jahr 2006 eine
Autofinanzierung bei einer Herstellerbank abzuschließen. Ein
gutes
Fünftel interessiert sich darüber hinaus für eine
Kfz-Versicherung
aus dem Portfolio dieser Institute. 14 Prozent geben an, sogar alle
Bankleistungen von einem Institut der Autohersteller beziehen zu
wollen.
Allgemein favorisieren zwei Drittel der Autofahrer beim nächsten
Autokauf eine Finanzierung über Kredit oder Leasing an Stelle
eines
Barkaufs. Die Bereitschaft, ein Auto zu finanzieren, ist unter den
jüngeren Käufern erheblich höher als im Durchschnitt.
So würden 39
Prozent der Befragten zwischen 18 und 29 Jahren beim Autokauf eine
klassische Kreditfinanzierung mit Anzahlung wählen. Bei den
Befragten
zwischen 45 und 59 Jahren ist es nur ein knappes Drittel, während
bei
den über 60-Jährigen kaum Bedarf an klassischer Kreditfinanzierung
besteht.
Hintergrund: Die Generation der Filialbankkunden wird allmählich
von einer Kundengeneration abgelöst, die per Internet und Telefon
Direct Banking betreibt und somit nicht mehr den klassischen Schalter
bevorzugt, wenn es um Standardbankgeschäfte geht. Davon profitieren
die Autobanken, zumal die früher übliche, oftmals Jahre
währende
Sparphase vor einem Autokauf durch neue Finanzierungsmodelle keine
Pflicht mehr ist. Aktuell decken die Käufer nur noch die Hälfte
des
Neuwagenpreises durch eigene Ersparnisse. Weitere 16 Prozent stammen
im Schnitt aus dem Verkauf des vorherigen Wagens und ein gutes
Viertel der Kaufsumme wird inzwischen üblicherweise per Kredit
beglichen.
Im Detail wollen 44 Prozent der Interessenten, die noch nicht
Kunde einer Autobank sind und einen Neuwagenkauf planen, das Fahrzeug
über eine Autobank finanzieren. Bei Gebrauchtwagen sind es
immerhin
29 Prozent der potenziellen Käufer. Die jüngeren Autokäufer
zwischen
18 und 29 Jahren sind hier neben der klassischen Kreditaufnahme
auch
offen für Leasing und 3-Wege-Finanzierungen. So kann sich jeder
vierte Befragte unter 30 Jahren vorstellen, seinen nächsten
Neuwagen
zu leasen. Die 3-Wege-Finanzierung, ein Kredit mit Schlussrate also,
stößt bei fast jedem fünften Autofahrer unter 45
Jahren auf
Interesse. Dagegen steht die Mehrheit der Autofahrer ab 45 Jahren,
die einen Kfz-Kauf planen, diesen Finanzierungswegen skeptisch
gegenüber. Zwei Drittel von ihnen lehnen Kredit und Leasing
in jeder
Form ab.
Junge Leute sind es auch, die über den reinen Autokauf hinaus
Interesse daran haben, Finanzprodukte rund um das Fahrzeug von
Herstellerbanken angeboten zu bekommen. So findet sich das größte
Neukundenpotenzial für Finanzierungs- und Servicepakete unter
den
Autofahrern, die jünger als 30 Jahre sind. Fast zwei Drittel
aus
dieser Gruppe geben an, dass für sie zumindest die Möglichkeit
wichtig sei, Serviceleistungen bei der Autofinanzierung gleich
mitzuregeln. Hauptsächlich handelt es sich um Mobilitätspakete,
die
Reparatur-, Reifen- und Wartungsarbeiten integrieren und in
Monatsraten abgerechnet werden. Mehr als acht von zehn Autofahrern
aus dieser Altersgruppe legen außerdem besonderen Wert auf
die
Möglichkeit einer Versicherung gegen Deckungslücken als
Folge von
Diebstahl, Totalschaden oder Verdienstausfall.
Die Einzelanalyse zeigt, dass sich mit 37 Prozent vor allem Frauen
für derartige Mobilitätspakete interessieren. Interessanterweise
sind
es ohnehin Frauen, die unter den Kunden der Autobanken in der
Mehrheit sind: Nahezu jede zweite Autobankkundin finanziert ihren
Wagen über eine Herstellerbank, aber nur ein Drittel der männlichen
Kunden.
Die Zahl der Direktbankkunden wird sich von 2003 bis 2012
voraussichtlich auf rund 18 Millionen Personen verdreifachen, so
eine
aktuelle Markteinschätzung. Demnach sind 55 Prozent der Bankkunden
bereit, auch Kunden einer anderen Bank zu werden, wenn die
Konditionen besser sind. Deshalb haben der Studie zufolge
Direktbanken gute Chancen, neue Kunden zu gewinnen und den
Wachstumstrend der Vorjahre fortzusetzen.
Im selben Maße gilt dies für die Banken der Automobilhersteller,
die ihrerseits seit vielen Jahren überdurchschnittliche
Wachstumsraten verzeichnen. Ihr Kreditgeschäft wächst
jährlich um
rund sieben Prozent, verglichen mit nur einem Prozent in der gesamten
Finanzbranche. Noch kräftiger entwickelt sich das Einlagengeschäft
mit durchschnittlich 25 Prozent Jahreswachstum gegenüber drei
Prozent
in der gesamten Branche wenn auch freilich von einer niedrigeren
Basis aus.
Auch der Vergleich mit dem Ausland belegt das weitere
Wachstumspotenzial der Herstellerbanken in Deutschland: Hier zu
Lande
sind die Marktanteile der Autobanken an Kreditfinanzierungen und
Leasing mit vier Prozent noch deutlich niedriger als etwa in
Westeuropa mit insgesamt 12 oder in den USA mit 13 Prozent.
Für den Kundenkompass Autobanken hat die Berliner
Meinungsforschungsgesellschaft Forsa im Juni 2004 1.000
deutschsprachige Bürger ab 18 Jahren nach der Bekanntheit und
Nutzung
von Autobanken befragt. 48 Prozent waren Männer, 52 Prozent
Frauen.
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